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23. Jahrestagung unseres Landesverbandes

Vom 26. bis 27.09.2014 fand unsere inzwischen 23. Wissenschaftliche Jahrestagung statt. Wegen der zentralen Lage in unserem Land wählten wir als Tagungsstätte wiederum die Sportschule des LSB M-V in Güstrow aus.

Um auch in diesem Jahr den über 70 teilnehmenden Übungsleiterinnen und Übungsleitern die Möglichkeit zu bieten, einen „vollständigen Satz“ an Fortbildungsstunden ableisten zu können, begannen wir traditionell schon am Freitagnachmittag mit den vier parallel laufenden Workshops zur Praxis des Herzsports.  Die hierfür gewonnenen Referenten richteten die jeweiligen Inhalte (siehe Programm) dem Thema der Jahrestagung   „Spezielle Edukation an Patienten in Herzgruppen“ aus.  Nicht nur das positive Feedback der Teilnehmer zeigte die gelungene  Auswahl und Zusammenstellung des Programms. Vielmehr war auch deutlich zu hören, dass die Teilnehmer z.B. bei dem Workshop 2- Alternative Bewegungen-  viel Spaß hatten.

Herr Dr. med. Raik Severin, Vorsitzender des Landesverbandes, begrüßte am Samstag die über 100 Teilnehmer des wissenschaftlichen Teils unserer Jahrestagung. Bevor er das Wort an die erste Referentin übergab, nutzte er den Rahmen dafür, Ärzte und Übungsleiter, die bereits langjährig für den Landesverband tätig sind, zu ehren. Mit der Ehrennadel des Landesverbandes in Silber (20 jährige Tätigkeit für den Landesverband) würdigte Herr Dr. Severin die Herren Dr. med. Hans-Peter Lüdemann, Klaus Bergel und Siegfried Moschner. Die Ehrennadel in Bronze (15 jährige Tätigkeit für den Landesverband) erhielten Frau Anja Grünberg, Frau Ramona Pätow, Herr Peter Block und Herr Dr. med. Jan Eska. Auch an dieser Stelle möchten wir den Geehrten nochmals unseren Dank aussprechen.

Frau PD Dr. med. Cora Stefanie Weber, Chefärztin Psychosomatik in der Park-Klinik Sophie Charlotte in Berlin, referierte sodann zum Thema „Patienten an der Schnittstelle von Innerer Medizin und Psychosomatik – was ist zu beachten?“. In ihrem Vortrag stellte sie die Bedeutung psychosozialer Risikofaktoren für die Entstehung und den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Besonders interessant war dabei, dass neben den bekannten Faktoren, wie z.B. Depression, Stress, Rauchen, Alkohol oder fettreiche Ernährung auch der sog. sozio-ökonomische Status eine große Rolle spielt. So sei nach Aussage von Frau Dr. Weber bei einer niedrigen Einkommensklasse das KHK-Mortalitätsrisiko 3,6-fach erhöht. Mit Ausführungen dazu, welche Therapie und Präventionsmöglichkeiten es gibt, und dass dazu eben auch die Herzgruppe gehört, rundete Frau Dr. Weber ihren Vortrag ab. 

Direkt an diesen sehr interessanten Vortag knüpfte unser 2. Referent, Herr Prof. Dr. med. habil. Volker Briese aus Rostock, an. In seinem Vortrag „Primär- und Sekundärprävention - Diabetes Typ 2 und KHK – Argumente nutzen“ stellte er zunächst die Parallelen der beiden Krankheitsbilder dar, nämlich ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Die daraus erwachsenden Möglichkeiten sowohl in der Primär- als auch Sekundärprävention folgten in sehr anschaulicher Darstellung.

Herr Dr. Markus von Stenglin stellte im Anschluss den Teilnehmern in seinem Vortrag den IST-Stand der durch den Landesverband seit Beginn dieses Jahres regelmäßig durchgeführten INR-Schulungen vor. Auf die sog. orale Langzeitantikoagulation sind danach in Deutschland fast 900.000 Menschen angewiesen, jedoch nutzen erst ca. 160.000 von ihnen das Gerinnungsselbstmanagement. Dabei sei die Bedeutung immens, denn es reduzieren sich hierdurch die Risiken für thromboembolische Komplikationen, die Mortalität und Blutungen deutlich. Mit der Entwicklung neuer oraler Antikoagulantien kam es zunächst auch seitens des Landesverbandes zum Rückgang der Schulungen. Inzwischen habe sich aber gezeigt, dass die Erwartungen an die neuen Medikamente nicht vollumfänglich erfüllt werden konnten. Auch deshalb nahm der Landesverband unter der Leitung von Herrn Dr. Markus von Stenglin die INR-Schulungen wieder auf. Seit dem konnten in sechs Terminen bereits knapp 30 Patienten geschult werden. Wie die Patienten in diese Schulungen gelangen, welcher Inhalt vermittelt wird und wie schließlich die Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt, zeigte Herr Dr. von Stenglin den Anwesenden auf.      

Auch in diesem Jahr konnten wir für die Jahrestagung mit Herrn Stephan Bartsch einen Referenten aus der „Sporttherapeuten- Riege“ gewinnen. Herr Bartsch ist bereits seit vielen Jahren an der AKG Reha-Klinik in Graal-Müritz tätig und dort leitender Sporttherapeut. In seinem Vortrag „Praktische Umsetzung der Edukationsdaten in der Herzgruppe für „frisch“ operierte Bypass- und Herzklappenpatienten“ stellte er zunächst die besondere Ausgangssituation dieser Klientel in der stationären Rehabilitation (Phase II) dar.  Es folgten Ausführungen dazu, welches körperliche Training nach den zugrunde liegenden Empfehlungen bei welchem Eingriff für den Patienten angezeigt ist. Er konstatierte, dass neben der Bewegung selbstverständlich auch schon in diesem Stadium die Wissensvermittlung Grundlage einer nachhaltigen Rehabilitation ist. Nur der aufgeklärte Patient ist kompetent, die Sinnhaftigkeit von notwendigen Verhaltenskorrekturen hinsichtlich Ernährung und körperlicher Bewegung zu erfassen und entsprechend zu handeln. Welche Stundeninhalte in der ambulanten Herzgruppe daraus abgeleitet werden können, folgte im Schlussteil seines Vortrages. Abschließend lud er die Übungsleiterinnen und Übungsleiter dazu ein, das Gehörte in dem von ihm geleiteten Workshop 1 praktisch umzusetzen.   

Auf der ebenfalls am Samstag stattgefundenen Mitgliederversammlung unseres Landesverbandes informierte unser Vorsitzender die Mitglieder über die in den letzten Monaten erfolgte Überprüfung der Qualität in den Herzgruppen. Grundlage hierfür waren im Vorstand erarbeitete Anerkennungskriterien für die Zertifizierung zur „Qualitätsherzgruppe des LVPR e.V. M-V“. Darin sind neben den Anforderungen, die bereits nach den vertraglichen Grundlagen mit den Kostenträgern geschuldet sind, auch weitere und zusätzliche Bedingungen und Empfehlungen formuliert. Die Zertifizierung hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Herr Dr. Severin konnte als Ergebnis dieser Überprüfungen feststellen, dass alle Herzgruppen des Landesverbandes die Anforderungen erfüllen. Beispielhaft und in Anerkennung ihrer langjährigen Tätigkeit für den Landesverband überreichte Herr Dr. Severin Frau Karin Glause und Herrn Winfried Sändig aus der Herzgruppe 182 in Rostock die erste Urkunde „Qualitätsherzgruppe des LVPR e.V. M-V“. In der Folgezeit werden über die Bereichsleiter die Zertifizierungsurkunden überreicht.  

Nach zwei weiteren Blöcken der vier parallel laufenden Workshops zur Praxis des Herzsports endete unsere diesjährige Tagung am späten Samstagnachmittag.

Wir hoffen, alle Teilnehmer hatten eine kurzweilige Zeit und konnten viel Neues für die Umsetzung in ihren Herzgruppen mitnehmen.

Die Jahrestagung im nächsten Jahr wird vom 25. bis 26.09.2015 wieder in der Sportschule in Güstrow stattfinden.


Hier finden Sie folgende Vorträge:


Frau PD Dr. med. Cora Stefanie Weber, Berlin


Herr Prof. Dr. med. habil. Volker Briese, Rostock


Fragen beantworten Herr Prof. Briese und Herr Dr. Severin (vorn)


Frau Dr. Weber (links) in angeregter Diskussion mit Herrn Dr. Henschel und Frau Wißmann


Besuch der Industrieausstellung


dito


Herr Dr. med. Markus von Stenglin


Herr Stephan Bartsch


Überreichung der 1. Zertifizierungsurkunde „Qualitätsherzgruppe des LVPR e.V. M-V an die Ärztin Frau Karin Glause (3. von rechts) und den Übungsleiter Herrn Winfried Sändig (3. von links)

1 Kommentar

  • Jasmin

    gepostet von Jasmin

    Dienstag, 08 Dezember 2015 21:15

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